Wie jedes Jahr in der ersten Juliwoche verwandeln wir uns in Super-Großeltern. Diese Jahr wollen für eine Woche nach Hourtin, in der Gironde, am Ufer des grössten  Süßwassersee  von Frankreich. Jean Luc hat ein Häuschen aus Holz am Ufer für uns gefunden, das sieht doch gut aus! 

Samstag: Abreise!

Gestern abend sind wir bei den Kindern in Poitiers angekommen. Paul, 6 Jahre, und Pierre, 10 Jahre, sind ganz aufgeregt, weil sie eine Woche am Strand verbringen dürfen. Die Eltern sind froh über die Aussicht auf eine Woche ohne Aufsicht über die Kinder ... ; ).

Es ist 11 Uhr, das Auto ist vollgepackt, das Picknick in der Kühltasche und die Kinder auf ihren Sitzen und angeschnallt. Nach eineinhalb Stunden Fahrt machen wir eine Pause in Royan, wo wir auf die Fähre warten. Sobald wir an Bord sind, kommt Ferienstimmung auf! Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und weit draußen sehen wir den Leuchtturm von Cordouan …

Mit dem frischen Wind in den Haaren, der Sonnenbrille auf der Nase und meinen Tongs an den Füßen wird mir klar, daß diese Woche ganz toll wird. Nach 30 Minuten Überfahrt und nocheinmal einer Stunde Autofahrt kommen wir in Hourtin an. Das Chalet ist wunderschön und alles ist darauf ausgerichtet, seinen Bewohnern einen wunderbaren Urlaub zu garantieren. Die Vermieterin zeigt uns alles und gibt uns Tipps für Ausflüge und Unternehmungen.Uns stehen 3 Zimmer zur Verfügung, die Küche ist geräumig und gut ausgestattet (ganz wichtig! Kochen ist eine meiner Leidenschaften!) und die Holzterrasse ist ideal für lange Mittagspausen in der Sonne.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir auf Entdeckung der Umgebung aus und kaufen ein paar Sachen ein. Die Ortschaft Hourtin liegt ziemlich nahe bei Hourtin Port, wir werden ganz bestimmt Fahrräder ausleihen, damit wir das Auto wo wenig wie möglich brauchen. 

Paul kann jetzt Fahrrad ohne die kleinen Stützräder fahren, das müssen wir ausnützen.Wir machen Halt am Fremdenverkehrsverein, wo Nadia uns herzlich empfängt. Sie nimmt sich viel Zeit für Erklärungen und macht zahlreiche Vorschläge für Aktivitäten, die den Kindern und auch uns gefallen könnten. Wir werden das alles niemals in nur einer Woche machen können!

Sonntag: « Los geht's, das Abenteuer lockt! »

Der erste Morgen zum Ausschlafen für Pierre ! Das Schuljahr war lang, und das merkt man ihm an. Es ist 10.30, als alle für das erste richtige Ferienfrühstück bereit sind: frischer Obstsaft, pains au chocolat, frische Baguette, Butter und Marmelade! 

Unser tagesziel ist es, unsere nahe Umgebung zu erkunden.Nadia, die Beraterin im Fremdenverkehrsverein, sagte uns, daß das Meer nur zehn Autominuten entfernt liegt. Wir müssen doch unser ersten Wellenbad nehmen!   

Montag: 30 Grad = baden, baden, baden !

Heute ist es warm, sehr warm! Wir beschließen, die "Kinderinsel" und den "Splash Park" zu besuchen: da gibt es große aufblasbare Gebilde auf dem Wasser. Für nur 5 Euro pro Person dürfen die Kinder eine Stunde lang darauf spielen. Man kann darauf herumklettern und herunterspringen; dann gibt es noch ein Trampolin und eine Kletterwand ... Die Kinder und Jean Luc amüsieren sich köstlich. Und ich habe nun Zeit, mich mit meinem Buch in den Schatten einer Eiche zurückzuziehen.

Dienstag: Markttag!

Heute morgen ist Markt! Die beiden Jungen sind nicht so begeistert, als wir die Räder nehmen und losfahren. Aber es wird ihnen schon gefallen! Ich liebe die Farben, die verschiedenen Düfte und die vielen lokalen Produkte, die es zu probieren gibt. Pierre und Paul erkennen schnell, daß "Markt" auch bedeutet, daß man Wurst, Kekse, Backwerk oder Obst versuchen darf .... 

Ich meinerseits habe endlich den Bastkorb gefunden, den ich schon so lange für die Strandsachen suche! Er ist bunt und sieht nach Sommer und Freizeit aus. Gleich heute nachmittag wird er zum Einsatz kommen! 

Mittwoch: Entdeckung des Dörfchens Piqueyrot - per Fahrrad! 

Heute fahren wir mit dem Fahrrad zu dem kleinen Dorf Piqueyrot. Es liegt am westlichen Ufer des Sees von Hourtin und erinnert ein bisschen an die Dörfer von Austernzüchtern. Kleine, aus unterschiedlichen Materialien zusammengestoppelte Häuser -  das Örtchen hat viel Charme. Wir  essen im Restaurant "Le Nautique" mit ländlichem und familiärem Ambiente zu Mittag. Allein die Pommes frites mit Knoblauch, seine Spezialität, lohnen den Besuch!  Jean Luc genießt seine Gambas, während ich mir mein Tartar schmecken lasse. 

Am Nachmittag mieten wir ein Tretboot und ein Kanu bei Plein’r Loc und gehen auf Entdeckungsreise zu den zahlreichen kleinen Buchten rundum.

Donnerstag: Auf geht's nach Maubuisson!

Heute morgen werden die Jungen den Ausflug der Forscher unternehmen! Wir hatten die Eintrittskarten beim Fremdenverkehrsverein bei unserem ersten Besuch vorbestellt (7€ / Kind). 

Pierre und Paul sind mit zwei Führern und einer ganzen Gruppe neuer Freunde losgezogen. Die Entdeckung des Waldes von Maubuisson, der Bau einer Hütte, Rätsellösen und viel Spaß stehen auf dem Programm. Jean Luc und ich nutzen die Ruhepause, um den Wanderweg rund um den See zu erkunden. Er beginnt im Zentrum von Maubuisson und führt bis zum Domaine de Bombannes. Heute nachmittag wollen wir mit den beiden Jungen wiederkommen. 

Freitag: « Die Entdeckung der Schlösser des Médoc ! »

Wir haben beim Fremdenverkehrsverein die "Familien"-Besichtigung eines Schlosses gebucht. Um 10.00 Uhr stehen wir vor dem Schloß Baudan, in Listrac. Wir verfolgen aufmerksam die Erklärungen: Gärkeller und Fasskeller sind keine Fremdworte mehr für uns. Wir erreichen "Null Fehler" beim Quizz, das sich der Verkostung anschließt! 

Jean Luc beschließt, den Kindern eine Kiste Wein mitzubringen, damit auch sie ein Souvenir von diesem Urlaub haben. Auf der Rückfahrt nehmen wir die berühmte Straße der Schlösser des Médoc. Sie führt uns bis nach Pauillac, wo wir uns auf der Terrasse eines Restaurants an der Flussmündung niederlassen. Es ist schön, die Weingegend des Médoc zu erkunden!   

Gegen 15.00 Uhr brechen wir wieder auf, nach Saint Estèphe und Bégadan. Die Weinberge und die dazugehörigen Güter und Schlösser sind wunderschön. Wir machen eine Pause in Blaignan, um eine lokale Spezialität zu entdecken: die "noisettines" des Médoc. Das sind Haselnüsse im Karamell-Mantel, eine wahre Köstlichkeit ! Dann besichtigen wir das kleine Museum, in dem ihre Geschichte und ihre Herstellung erklärt wird. Als wir wieder herauskommen, trage ich einen Topf mit Noisettine-Creme ; die Jungen haben Schachteln mit dem Leckerbissen für ihre Eltern gekauft.

Samstag: die Ferien sind zu Ende! 

Alles geht einmal zu Ende ... Wir hätten gern noch eine Woche länger bleiben können!  Die Jungen sind ausgeruht, haben neue Sommersprossen und sind schön braun geworden. Die Überfahrt Über die Flussmündung mit der Fähre bringt nocheinmal Ferienstimmung, bevor wir die Eltern wiedertreffen.  

Was uns in unserem Urlaub besonders gut gefallen hat:
  • Alles geht per Fahrrad - eine ganze Woche ohne Auto!
  • Es gibt so viel zu unternehmen 
  • Die Ruhe am See und die Dynamik am Meer 
  • Das gute Essen!