Mein Fahrrad und ich

Endlich ... endlich sitze ich wieder auf meinem Fahrrad! Sieben Monate lang konnte ich meiner Leidenschaft aufgrund einer Entzündung nicht frönen. Nach sechs Stunden Autofahrt hatte ich Ameisen in den Gliedern und die Lust aufs Radfahren wurde immer größer.    

Wir haben ein gemütliches Chalet auf einem Campingplatz in Lacanau Océan gemietet und meine ganze Familie liegt noch tief im Schlaf. Sie nutzen den langen Ausschlafmorgen, aber dazu ist meine Zeit zu kostbar!  

Die Sonne geht auf und die Temperatur ist ideal, um das neue Fahrrad, das meine Frau mir zum vierzigsten Geburtstag geschenkt hat, einzuweihen und ein paar Kilometer abzufahren.  

Ich hoffe, daß es nicht allzu schwierig wird, denn es ist schon eine Ewigkeit her, daß ich nicht mehr richtig strampeln konnte ... Aber das ist nicht schlimm, die Landschaft hier ist flach und ihre Schönheit wird mich meine strapazierten Waden vergessen lassen.  

Ich habe meine Ziele in den Navigator eingegeben und bereite mich innerlich auf die 30-Kilometer-Strecke vor.  Das dürfte für den Neuanfang genügen. Die Radstrecke ist schön, die Sonnenstrahlen scheinen durch die Pinienzweige. Es fährt sich gut, ich erreiche sogar ein paarmal das Spitzentempo von 30 km/h !

Jetzt fahre ich an der Weggabelung ab, ein paar Hügel hinab, immer abwärts - ist das schön! Ich brauche nicht einmal auf meinen GPS-Empfänger zu schauen, alles ist genau ausgeschildert. Sogar die Anzahl der Kilometer steht da!  

Ich halte für ein paar Sekunden an, ich kann dem Drang, mich selbst beim Radeln in meinem tollen Anzug zu fotografieren, nicht widerstehen!  Heute abend steht das Bild auf meinem Profil, um die in Orléans gebliebenen Freunde zu ärgern. Oh - wie schade, jetzt habe ich es doch glatt verpaßt, mein Handy hervorzuholen und das Reh, das den Radweg kreuzte, aufzunehmen!  In dieser Stille und ohne ein einziges Auyto weit und breit haben die Rehe natürlich hier ihre Ruhe. Genau wie ich ...

Jetzt bin ich schon seit eineinhalb Stunden unterwegs. Bestimmt sind jetzt alle wach. Ich mache kehrt und fahre zurück zum Campingplatz. Eine schnelle Dusche, und dann gehen wir alle zusammen auf den Markt in Lacanau Océan, um einzukaufen, was man so für einen Feriengrillabend braucht!

Danach werden die Fahrräder der Kinder auf Vordermann gebracht: den Reifendruck prüfen, die Bremsen und die Gangschaltung kontrollieren ... Nach dem Essen wollen wir alle zum See, um zum erstenmal in diesem Jahr das obligatorische Sonnenbad zu genießen.

Und morgen früh fahre ich dann wieder los ... diesmal sollen es vierzig Kilometer sein! Rendez-Vous um Punkt acht mit der Gruppe von Radfahrern, die ich heute morgen unterwegs getroffen habe! 

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